In unserem Blog informieren wir über das aktuelle Geschehen im Rahmen unseres Vereins oder wir möchten Sie auf etwas aufmerksam machen, das wir entdeckt haben.

Portträtbild Gudrun Born

Die Pflege von Angehörigen darf kein Armutsrisiko bleiben

Bei Diskussionen über den Mangel an Pflegefachkräften heben Politiker oft hervor, dass die häusliche Pflege inzwischen gut ausgestattet sei, schließlich habe man Milliarden in sie investiert. Tatsache ist:
Zur Finanzierung der Pflegereform 2017 wurden die Pflichtbeiträge der Mitglieder um 0,5% (ihres Einkommens) erhöht, nun liegen sie bei 2,55% bzw. 2,8% für Kinderlose. (0,1% Beitragserhöhung der Pflegeversicherung sind 1,3 Mrd. Euro. Mehreinnahmen). Aber wie wurden die Gesamteinnahmen verteilt?

Unser Mitglied Gudrun Born hat mal nachgerechnet und kommt zum Fazit: Die politisch Verantwortlichen sind in der Pflicht, die soziale Pflegeversicherung endlich „solidarisch und armutsfest“ umzugestalten!

Alle Hintergrundinformationen finden Sie hier zum Herunterladen.

Endlich! wir pflegen e.V. trägt die Stimme pflegender Angehöriger nach Berlin

Berlin, 25. 06. 2018

Parallel zur Entwicklung des Modell-­‐Projekts Online-­‐ Selbsthilfe-­‐Initiativen für pflegende Angehörige, feiert der Verein wir pflegen e.V. seinen nächsten Meilenstein. Seit Anfang Juni ist Christian Pälmke als „Fachreferent für Pflegepolitik und Familienpflege“ aktiv. Im Zentrum von Berlin, im Haus der Gesundheitsberufe.

Mit dieser verstärkten Präsenz soll die Stimme der pflegenden Angehörigen im politischen Berlin lauter werden. „Pflegende Angehörige leisten 73% aller Pflegeleistungen in Deutschland. Wir müssen Schritt für Schritt daran arbeiten, dass ihre Anliegen nicht als Beiwerk der Pflege betrachtet werden, sondern zum zentralen gesellschaftlichen und politischen Anliegen werden“, so Pälmke.

Die mangelhafte Entlastung, prekäre soziale Absicherung und fehlende Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gehören endlich auf die To-­‐do-­‐Liste der Politik und aller Sozialverbände. Kommt jetzt also die Pflegewende?

Hier bleibt er realistisch: „Ein Referent macht noch keinen Sommer! Aber diese Entwicklung ist ein Zeichen einer wachsenden Bewegung, denn die Pflegewende gibt es nicht zum Nulltarif. Sie braucht den Einsatz sehr vieler Betroffener und Akteure, die es zum Glück immer mehr gibt.“

Dabei ist wir pflegen e.V. die zentrale Interessenvertretung von und für pflegende Angehörige und handelt gemeinsam mit vielen anderen Gruppen von Betroffenen – mit viel Leidenschaft und Einsatz. Diesen Einsatz will der Referent über seine Arbeit unterstützen und dabei helfen, die Stoßkraft politischer Botschaften zu erhöhen. Getreu dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark!“ und “Ohne Angehörige keine Pflege!”

Der Verein hat Gesundheitsminister Jens Spahn ins Haus der Pflegeberufe eingeladen, um gemeinsam die Umsetzung der im Koalitionsvertrag verankerten Beschlüsse zu planen, insbesondere die Einbindung von Betroffenen.

“Eine zentrale Forderung unseres Vereins ist das Mitspracherecht pflegender Angehöriger auf allen Ebenen der Pflegepolitik. Berlin muss hier Farbe bekennen und Leistung zeigen. Länder, Regionen und Kommunen müssen folgen und pflegende Angehörige in alle pflegepolitischen Gremien als gleichwertige Partner der Pflege einbeziehen.” fordert Susanne Hallermann, Medienbeauftragte des Vereins.

 

Die Lebenswelt erwerbstätiger Personen mit gleichzeitiger Erziehungs- und Pflegeverantwortung

Für diese Studie werden Studienteilnehmer/-innen gesucht, die gleichzeitig für minderjährige Kinder und pflegebedürftige Angehörige sorgen und zusätzlich noch berufstätig sind.
Hintergrund der Studie
Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der zunehmenden Zahl pflegebedürftiger Menschen sowie dem Trend zur späteren Familiengründung werden einige Personen mit mehrfachen Sorgeerfordernissen konfrontiert, die sie zudem mit einer Erwerbstätigkeit vereinbaren. Bislang gibt es insbesondere im deutschsprachigen Raum kaum Erkenntnisse zur Lebenssituation dieser Personen.

Ziel der Studie
Mit der Studie sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie die betroffenen Personen ihre Lebenssituation wahrnehmen. Zudem wird untersucht, welche Unterstützungsangebote in Anspruch genommen werden und inwieweit diese geeignet sind, die befragten Personen zu entlasten.

Ablauf der Studie
Mit den Studienteilnehmer/-innen wird ein Interview geführt. Der zeitliche Aufwand liegt bei ca. 1-2 Stunden. Das Interview wird auf einem Tonträger aufgezeichnet, in pseudonymisierter Form verschriftlicht und anschließend wissenschaftlich ausgewertet.

Wer kann an der Studie teilnehmen?
An der Studie können Personen teilnehmen, die gleichzeitig
– für ein oder mehrere minderjährige(s) Kind(er) und
– für einen oder mehrere pflegebedürftige(n) Angehörige(n) sorgen sowie
– einer Berufstätigkeit mit mindestens 10 Wochenstunden nachgehen.

Informationen zur Studie
Die Studie ist eine pflegewissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des Doktorgrades an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und wird von der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH) gefördert.

Mehr Informationen hier im Flyer.

Arnold und Nico Schnittger in Berlin

Berlin erreicht!

Arnold und Nico Schnittger haben Berlin erreicht. Vor dem Brandenburger Tor protestierten sie noch einmal mit Unterstützern laut stark, fröhlich und ein bisschen müde. Gesundheitsminister Jens Spahn nutze die Chance nicht mit betroffenen Eltern zu sprechen über das Leben mit Pflege und Hartz4.

Arnold und Nico Schnittger in Berlin

Arnold und Nico Schnittger in Berlin.
Foto: Marina Reff

Denn ein Treffen mit dem Gesundheitsminister war das Ziel von Schnittgers Tour „Inwendig warm“.  Er brach in Hamburg zu Fuß mit seinem Sohn Nico auf und wanderte 2 Wochen lang nach Berlin, um seine Sichtweise und Forderungen deutlich und präsent zu machen. Das ist gelungen!
Alles zur Tour finden Sie hier.