Pflegende AngehZiele + Leitlinienörige wurden lange Zeit als Gesprächspartner von der Politik ignoriert. Es ist u.a. unserer Arbeit zu verdanken, dass pflegende Angehörige mehr und mehr in politische Gremienarbeit einbezogen werden und gefragte Beratungspartner von Parteien und Institutionen sind.

Bei wir pflegen sollen all jene (insbesondere Angehörige, Freunde, Bekannte und Nachbarn) mit ihren Bedürfnissen und Vorschlägen selbst zu Wort kommen, die eine ihnen nahe stehende Person unentgeltlich pflegen oder gepflegt haben (im Sinne von für sie sorgen, sie betreuen und pflegen) und zwar unabhängig von Alter, Grund für die Pflegebedürftigkeit und Wohnsituation der zu pflegenden Person (eigene Wohnung, Wohngemeinschaft oder Heim).

Angehörige und ihre Freunde sind aufgerufen, sich gemeinsam ihrer Bedürfnisse, Interessen und Forderungen bewusst zu werden, diese öffentlich zu artikulieren und gegenüber der Politik zu vertreten. Denn pflegende Angehörige sind die wichtigsten Leistungsträger in der Pflege und sie verdienen die gebührende gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung.

So erreichen wir unsere Ziele

  • Wir vertreten die Interessen pflegender und begleitender Angehöriger und Freunde auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen und sind Ansprechpartner für Entscheidungsträger.
  • Wir ermutigen pflegende Angehörige dazu, ihre eigenen Interessen zu vertreten und wir fördern den Erfahrungsaustausch untereinander.
  • Wir fördern Kontakte zu allen Akteuren, Gruppen und Einrichtungen auf dem Gebiet des Sozial- und Gesundheitswesens und der Pflege und und streben Kooperationen und Zusammenarbeit an.
  • Wir betreiben dafür aktiv eine breite Öffentlichkeitsarbeit.
  • Wir fördern Veranstaltungen, Publikationen, Informations- und Kommunikationsvorhaben, um die an Pflege- und Gesundheitsfragen Interessierten sowie die Beschäftigten des Sozial- und Gesundheitswesens zu erreichen.
  • Wir wollen die personellen und materiellen Voraussetzungen schaffen, mit denen die Gründung und Weiterentwicklung von Selbsthilfegruppen pflegender und begleitender Angehöriger und Freunde möglich wird.
  • Wir unterstützen die Gründung von Landes- und Regionalverbänden pflegender und begleitender Angehöriger und Freunde.
  • Wir arbeiten zusammen mit nationalen und internationalen Verbänden, um die soziale und rechtliche Lage pflegender und begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland zu stärken.
  • Wir wollen den Gesundheitsschutzes und die Prävention pflegender und begleitender Angehöriger unterstützen.
  • Wir wollen die Anerkennung der Arbeit pflegender und begleitender Angehöriger und Freunde fördern.

11 Leitlinien bilden die Grundlage für unser Handeln

Im Mai 2008 verabschiedete die erste Mitgliederversammlung mit Mitgliedern aus 11 Bundesländern 11 Leitlinien für die Arbeit des Vereins. Die Leitlinien von wir pflegen orientieren sich an den Leitlinien von EUROCARERS (Europäische Organisation zur Interessenvertretung pflegender Angehöriger). Sie dienen der Konkretisierung von Zielen, geben Orientierung für die gemeinsame Arbeit, sind Grundlage unserer Gespräche und Verhandlungen mit gesellschaftlichen, politischen und staatlichen Entscheidungsträgern.

  1.  Anerkennung: Pflegende Angehörige brauchen mehr Anerkennung in allen gesellschaftlichen und politischen Bereichen.
  2. Mitbestimmung: Pflegende Angehörige müssen Mitbestimmungsrechte erhalten. Ihre Meinungen und Erfahrungen müssen aktiv erfragt und einbezogen werden.
  3. Information: Pflegende Angehörige haben ein Recht auf leichten Zugang zu umfassender Information, unabhängiger Beratung und Schulung
  4. Chancengleichheit: Pflegende Angehörige müssen Chancengleichheit in allen Lebensbereichen bekommen.
  5. Wahlmöglichkeit: Jeder Mensch muss frei darüber entscheiden können, ob und in welchem Umfang sie/er die Pflege einer ihr/ihm nahe stehenden Person übernehmen will. Dabei ist das Recht des Pflegebedürftigen zu respektieren, sich seine Pflegeperson selbst auszusuchen.
  6. Unterstützung: Pflegende Angehörige haben ein Recht auf wertschätzende finanzielle, praktische und emotionale Unterstützung ihrer Tätigkeit sowie den Zugang zu bezahlbarere Hilfe.
  7. Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation: Pflegenden Angehörigen müssen Angebote zur Förderung und Erhaltung ihrer eigenen Gesundheit leicht zugänglich gemacht werden.
  8. Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbstätigkeit: Pflegende Angehörige haben ein Recht auf Unterstützung, um Ausbildung und Erwerbstätigkeit mit ihrer Pflegetätigkeit vereinbaren zu können.
  9. Finanzielle Sicherheit: Pflegende Angehörige dürfen sozial und finanziell nicht benachteiligt werden.
  10. Pflegefreie Zeit: Pflegende Angehörige müssen die Möglichkeit haben, ausreichende und bezahlte Auszeit von der Pflege nehmen zu können.
  11. Soziale Integration: Pflegende Angehörige haben ein Recht auf Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben. Dieses Recht muss ihnen im gewünschten Umfang ermöglicht werden.