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„Pflege ist kein Ehrenamt“ | wir pflegen im Bundestagsausschuss


“Engagement in der Pflege“ lautete das Thema eines öffentlichen Fachgesprächs des Unterausschusses „Bürgerschaftliches Engagement“ am 3. November 2020 bei dem Ursula Helms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbands wir pflegen e.V., die Anliegen der pflegenden Angehörigen vertrat.

Pflegende Angehörige leisten mit ihrer Pflege- und Sorgearbeit ein unverzichtbares Engagement für die Gesellschaft. „Aber Pflege ist kein Ehrenamt“, betonte Helms gleich zu Beginn ihres Statements. Tatsächlich nimmt die Pflege in Deutschland im Durchschnitt mehr als 3 Stunden am Tag in Anspruch. Oftmals ist Pflege aber ein Vollzeitjob, der rund um die Uhr fordert. Pflegende Angehörige und Zugehörige, wie Nachbarn und Freunde, leisteten damit einen unersetzbaren Beitrag in der häuslichen Versorgung. Pflegende Angehörige würden zu Recht als größter Pflegedienst des Landes bezeichnet, betonte Helms vor den Abgeordneten.

Immer noch übernehmen überwiegend Frauen den Großteil der Verantwortung. In der Altersgruppe der 55- bis 69-Jährigen ist der Anteil der privaten Pflegepersonen am höchsten: 11,9 % der Frauen und 6,0 % der Männer leisten Pflegearbeit. Für viele bringe die Übernahme von Pflege Risiken in der beruflichen Entwicklung. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sei nach wie vor extrem schwierig, hob Helms hervor. Darunter litte auch die Altersabsicherung. „Pflege führt zu Altersarmut, gerade bei Frauen“.

Helms betonte zudem, dass sich auch die Sichtweisen auf die Betroffenen ändern müssen. Nicht nur ältere Menschen benötigen Pflege, sondern auch chronisch kranke Kinder und junge Erwachsene oder Menschen mit Beeinträchtigungen, beispielsweise aufgrund eines Schlaganfalls. „Pflege geht uns alle an“, machte Helms im Ausschuss klar.
Ausgerechnet das Engagement der Pflegenden und Unterstützenden würde jedoch nicht ausreichend gewürdigt, sagte Helms. „Die Unterstützungsangebote müssen vielfältig sein, nutzbringend in die individuelle Situation eingeordnet werden können und das Ziel der Selbstbestimmung sowohl für die pflegebedürftigen Menschen als auch für die sie Pflegenden berücksichtigen. Dazu braucht es eine Flexibilisierung der finanziellen Mittel, z.B. über ein Entlastungsbudget“, fasste Ursula Helms die Anforderungen an die Politik zusammen.

Im Namen von wir pflegen e.V. bot sie dem Ausschuss an, entsprechende Hinweise und Papiere aus der Vereinsarbeit zur Verfügung zu stellen. Dieses Angebot nahm der Unterausschuss gerne an.

Die Aufzeichnung des Fachgesprächs finden Sie hier:

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2020/kw45-pa-buergerschaftliches-engagement-pflege-798790

 

 

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