2. Mayener Pflegetreff im Landkreis Mayen-Koblenz

Vortrag 3 PressemeldungAm 24. September fand im Rahmen der Demenzwochen im Landkreis Mayen-Koblenz zum zweiten Mal der Mayener Pflegetreff statt. Die Veranstaltung wurde wieder im Café CATI des Mehrgenerationenhauses in Mayen durchgeführt.

Die bundesweite Interessenvertretung für pflegende Angehörige und Freunde „wir pflegen e.V.“ , der Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V., und der Pflegestützpunkt Mayen informierten an diesem Abend die eingeladenen Teilnehmer über Neuerungen in der Gesetzgebung.

Eingeladen waren Angehörige der pflegebedürftigen Menschen aus Mayen und der Vordereifel und alle Interessierten zum Thema Pflege und Betreuung. Da der Mayener Pflegetreff nun zum zweiten Mal stattfand, hatte Frau Andrea Nahles (Bundesministerin für Arbeit und Soziales) ein Grußwort übermittelt, welches von Frau Heidger den Anwesenden vorgelesen wurde.

Anschließend erläuterte Frau Andrea Paolazzi (Mitarbeiterin des Pflegestützpunktes Mayen) die ab Januar 2015 anstehenden Veränderungen im Leistungsrecht der Pflegeversicherung. Insgesamt sind in fast allen Bereichen, mit denen Pflegebedürftige konfrontiert sind, Leistungsverbesserungen zu erwarten. Frau Paolazzi wies darauf hin, das bei durchschnittlich mit einer etwa 4%igen Erhöhung zu rechnen sei. Ebenso werden künftig mehr finanzielle Mittel für die Entlastung der pflegenden Angehörigen zur Verfügung stehen.

Frau Heidger leitete danach über zum Vortrag von Herrn Heinz Heck (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des bundesweiten Vereins „wir pflegen e.V.“). Sie wies darauf hin, dass der Mayener Pflegetreff auf Initiative des Vereins entstanden sei und auch künftig in regelmäßigen Abständen als Informations- und Austauschplattform stattfinden würde.

Herr Heck nahm zunächst Bezug auf die Antwortschreiben der verschiedenen Ministerien, die aufgrund der Diskussionsrunde des 1. Mayener Pflegetreffs angeschrieben wurden. Er nahm auch auf die Inhalte des persönlichen Gesprächs mit Herrn Staatssekretär Laumann in Berlin vom 25. August 2014 Stellung.

Als Nächstes stellte Herr Heck einige der wesentlichen Punkte des aktuellen Referentenentwurfs zu einem Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf vor. Dieser Referentenentwurf stellt erste Bemühungen dar, die noch berufstätigen pflegenden Angehörigen zu entlasten. Er wies jedoch auch darauf hin, dass dies zwar erste kleine Schritte seien, aber bei weitem noch nicht ausreichend für eine tatsächliche Unterstützung derjenigen, die ihre Angehörigen in der häuslichen Umgebung pflegen und betreuen. „wir pflegen e.V.“ hat zu diesem Thema ein Positionspapier entwickelt welches den Verantwortlichen in der Politik übermittelt wurde.

Er zeigte anhand der demographischen Entwicklung der nächsten Jahre in Deutschland auf, dass die Pflege und Betreuung der Pflegebedürftigen in der Zukunft immer mehr auf die freiwillige Leistung der Angehörigen angewiesen sei. Ohne die pflegenden Angehörigen sei die Pflegesituation in Deutschland nicht mehr zu bewältigen.

Herr Heck machte darauf aufmerksam, dass sich in den letzten Jahren ein weiteres Problem in der Versorgung der Pflegebedürftigen entwickelt habe. Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene müssen Pflegeverantwortung für ihre Geschwister, Eltern und Großeltern übernehmen. Diese jungen Menschen erleben in der Entwicklungs- und Ausbildungsphase eine Belastung die sich negativ auswirken kann. Mit diesem Problem hat sich „wir pflegen e.V.“ befasst und arbeitet derzeit in dem internationalen Projekt „TOYAC“ federführend mit.

Das Projekt wird von den Vereinsmitgliedern Frau Dr. Hanneli Döhner und Benjamin Salzmann auf nationaler Ebene geleitet. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, wurden Motivkarten entwickelt, die derzeit im Café CATI des Mehrgenerationenhauses in Mayen ausgestellt sind. Die Kartenmotive und Informationen zum Projekt „TOYAC“ können bei der Geschäftsstelle von „wir pflegen e.V.; Sankt Joster Straße 8; 56729 Virneburg angefordert werden (bitte mit 1,45€ frankierten Rückumschlag zuschicken).

In der abschließenden Diskussionsrunde Stand das Thema Demenzerkrankung im Vordergrund. Angehörige von Demenzkranken sind besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt und benötigen daher dringend fachqualifizierte Unterstützung und mehr Möglichkeiten Entlastungsangebote in Anspruch nehmen zu können. Derzeit gibt es im Landkreis Mayen-Koblenz zwar die verschiedensten Angebote, jedoch hat nicht jeder betreuende Angehörige die Möglichkeit diese in Anspruch zu nehmen. Oft stehen dem die individuelle Persönlichkeit und das Erscheinungsbild der Erkrankung im Wege. Entscheidungsträger in der Bundes- und Landespolitik sind gefordert sich mehr mit der Problematik ländlicher Raum auseinanderzusetzen.

Die derzeitige Regelung, dass zusätzliche Betreuungskräfte in der stationären Pflege eingesetzt werden, sollte dringend auch auf den Bereich der häuslichen Pflege und Betreuung ausgeweitet werden. Die so eingesetzten Betreuungskräfte benötigen jedoch eine qualifizierte und intensive Ausbildung zum Thema Demenzerkrankung. Hier sollten die Qualifizierungsmaßnahmen für Betreuungskräfte überdacht werden und den Anforderungen an das vielschichtige Erscheinungsbild der Demenzerkrankung angepasst werden. Die bisherigen Regelungen sind unzureichend, darüber waren sich alle Teilnehmer einig. Wenn der Grundsatz der Pflegeversicherung „ambulant vor stationär“ weiter Geltung haben soll, muss dringend nachgebessert werden und denjenigen die ihre Angehörigen in der häuslichen Umgebung mehr Wertschätzung zukommen. Immerhin sparen die pflegenden Angehörigen dem Sozialstaat jährlich über eine Milliarde Euro, die ansonsten für die Pflege und Betreuung der betroffenen Menschen aufgewendet werden müssten.

Auch nach diesem Pflegetreff werden die Problemstellungen und noch offenen Fragen zusammengefasst und an die zuständigen Ministerien und Behörden zur Beantwortung weitergeleitet. „wir pflegen e.V.“ und der „Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V.“ werden den Mayener Pflegetreff weiterführen. Die nächste Veranstaltung ist Anfang 2015 geplant. Hier werden wieder aktuelle Themen abgehandelt. Die Einladung zum 3. Mayener Pflegetreff wird rechtzeitig in den Verteiler kommen und auch in der regionalen Presse wird der Termin angekündigt. Alle Betroffenen und am Thema Pflege Interessierten sind zu der kostenlosen Veranstaltung herzlich eingeladen.

 

1 Antwort
  1. Marianne Schwarz
    Marianne Schwarz sagte:

    ich würde mich über Einladungen zum Pflegetreff sehr freuen.
    Es grüßt freundlich

    MS

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