In unserem Blog informieren wir über das aktuelle Geschehen im Rahmen unseres Vereins oder wir möchten Sie auf etwas aufmerksam machen, das wir entdeckt haben.

Pflegegeld wird in Bayern erneut ausgezahlt!

Zum zweiten Mal können sich Pflegebedürftige und deren Angehörige über eine staatliche Finanzspritze freuen. Bis Mitte Oktober soll das Pflegegeld rund 290 000 Mal ausgezahlt werden, wie Pflegeministerin Melanie Huml am Sonntag sagte.

https://web.de/magazine/regio/bayern/pflegegeld-bayern-ausgezahlt-34074876

EINLADUNG zum FACHTAG am 01.11.2019 in Stuttgart

ANSPRUCH & REALITÄT – PFLEGENDE ANGEHÖRIGE IM DSCHUNGEL DER PFLEGEREFORMEN ‼️
 
Pflegende Angehörige und Akteure der Pflege und Selbsthilfe sind eingeladen, gemeinsam Verbesserungen für pflegende Angehörige in Baden-Württemberg, auf Landes- und Bundesebene zu diskutieren.
 
Ob Enquete-Kommissionen zur Pflege in Baden-Württemberg und Sachsen, Landesförderplan „Alter und Pflege“ in NRW, Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD auf Bundesebene, der Siebte Altenbericht der Bundesregierung zur kommunalen Daseinsvorsorge oder der Bericht des Unabhängigen Beirats zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf – Hunderte von Forderungen und Versprechen zur Verbesserung der Unterstützung für pflegende Angehörige liegen vor.
Doch Papier ist geduldig, pflegende Angehörige schon lange nicht mehr!
 
Im Fokus:
* Selbsthilfe vor Ort stärken und neue digitale Wege vorstellen: mit der APP in.kontakt geht es „APP für pflegende Angehörige“!
* Selbsthilfe in Baden-Württemberg und in anderen Bundesländern – welche Möglichkeiten gibt es und wie können sie genutzt werden
* Soziale und finanzielle Absicherung;
* Blick auf die Parteiprogramme der nächsten Wahlen
Die Not der pflegenden Angehörigen nimmt mit wachsender Intensität ihrer Pflegeleistung dramatisch zu und ebenso ihre finanziellen und gesundheitlichen Einbußen. Von den politischen Versprechen kommt nach wie vor wenig an in den Haushalten vor Ort.
 
Wir freuen uns über Ihr DABEISEIN im Ländle !
Team wir pflegen e.V. – die Stimme der pflegenden Angehörigen

Alle Angehörigen entlasten – wir pflegen e.V. fordert Umsetzung des Entlastungsbudgets

Berlin, 08.10.2019 Pressemitteilung

Pflege stellt immer mehr Menschen vor gewaltige finanzielle Probleme. Die im Durchschnitt zu tragenden Kosten für einen Pflegeheimplatz sind auf rund 1.900 Euro im Monat gestiegen. Das Angehörigen-Entlastungsgesetz soll nun Angehörige von pflegebedürftigen Menschen entlasten, die im Pflegeheim wohnen und im Sozialhilfebezug sind.

„Das Gesetz entlastet damit Familien, die über wenig Einkommen verfügen und nicht noch stationäre Pflegekosten stemmen können. Das ist sehr zu begrüßen,“ sagt der pflegepolitische Sprecher des Vereins, Christian Pälmke. „Doch die knapp 5 Millionen pflegenden Angehörigen, die zuhause Pflege leisten, werden dadurch nicht entlastet. Es wird weiterhin in Kauf genommen, dass dort, trotz großer Pflegeleistung und Entlastung der Pflegekassen, viele wegen der Pflege von Armut bedroht oder betroffen sind.“

Entlastungsbudget für alle hängt in der Warteschleife

Mit dem im Koalitionsvertrag 2017 versprochenen Entlastungsbudget könnte die Bundesregierung alle pflegenden Angehörigen erreichen. Doch das zentrale Versprechen für mehr Entlastung in der häuslichen Pflege wird von der Bundesregierung noch immer nicht angepackt. Es sieht vor, dass die einzelnen Leistungssätze der Kurzzeitpflege, der Tages- und Nachtpflege sowie der Verhinderungspflege in ein Budget zusammengeführt werden.

„Das Entlastungsbudget wäre ein großer Schritt zu mehr Selbstbestimmung und weniger Bürokratie in der häuslichen Pflege. Angesichts der immensen Belastung von pflegenden Angehörigen ist es unverantwortlich, dass die Bundesregierung gerade bei diesem Vorhaben auf Zeit spielt“, kritisiert die Medienbeauftragte Susanne Hallermann.

wir pflegen e.V. fordert das Bundesgesundheitsministerium auf, jetzt die Entwicklung einer konkreten Gesetzesinitiative unter Einbeziehung der Interessenvertretungen pflegender Angehöriger ernsthaft voranzutreiben.

 

Pressekontakt:

wir pflegen e.V.

Susanne Hallermann

Telefon: 01522. 8576840

E-Mail: medien@wir-pflegen.net

 

Christian Pälmke

Telefon: 030 . 45975770

E-Mail: pflegepolitik@wir-pflegen.net

wir pflegen e.V. stellte am Stand der Berliner Seniorenwoche die neue APP für pflegende Angehörige vor

wir pflegen e.V. stellte am Stand der Berliner Seniorenwoche die neue APP für pflegende Angehörige vor => in.kontakt.
 
Amina Runge, Mitglied des jungen Landesvereins wir pflegen Berlin e.V. knüpfte prominente Kontakte & war die Netzwerkerin schlechthin
 
Leider eine verspätete Einstellung – wir sind medial & politisch sehr gefragt, dass wir kaum hinterherkommen.
 
Berliner Seniorenwoche – Eröffnung am 31.09.2019
     
Amina Runge mit Berzirksstadträtin Juliane Witt und mit Petra Pau, der Vizepräsidentin vom Deutschen Bundestag.

Von staatlicher Seite sollten wir pflegenden Angehörigen doch auf Händen getragen werden!

Hallo, liebe Betroffene!

Ich bin seit 5 Jahren mit der Pflege meines Mannes (Hirnbluten, das volle Programm, Pflegegrad 4) befasst. 2 Jahre habe ich versucht synchron zu arbeiten, es war zu viel. Mein Körper streikte, auch weil ich dann gemoppt wurde, da ich zeitlich nicht mehr so flexibel war. Das war nervlich nicht mehr auszuhalten. Also kündigte ich.

Ich entschied mich für die Vollzeitversorgung meines Mannes. Ich hatte die Wahl, entweder schaltet sich mein Körper aus, oder ich versuche jegliche zusätzliche Verantwortung abzustreifen und überlebe das Ganze selbst! Echt!

Diese ständige Panik, es nicht mehr zu schaffen, was wird dann mit meinem Mann? Wer würde sich kümmern? Alles was ich erkämpft habe, um ihm zu helfen, etwas ins Leben zurück zu finden, es wäre umsonst!

In einem Pflegeheim würde er nicht konsequent therapeutisch beübt werden. Warum auch, denn wenn es ihm besser gehen würde, wäre der Pflegegrad sicher herabgesetzt und dann gäbe es weniger Geld, von der politikgemachten Satt- und Sauberpflege, ganz zu schweigen. Wobei auch viele professionellen Pflegekräfte ihre Empathie wachküssen sollten. Es kann sein, dass sie die Seite wechseln, weil das Schicksal es so will!

Die Pflegerinnen und Pfleger, die Ihre Arbeit trotz Stress achtsam und patientenorientiert ausüben, denen sei gedankt!

Ich muss mich wie viele pflegende Angehörige, selbst krankenversichern. Mein Mann war privat versichert, beruflich bedingt. Durch uns pflegende Angehörige spart der Staat viel Geld ein. Ist da nicht mal der Krankenkassenbeitrag für uns möglich? Oder wenigstens anteilig?

Was auch eine große Belastung ist, ist die Abrechnerei. Ich wälze unglaublich viel Papier. Das ist zermürbend. Die Zeit fehlt dann, um meinen Mann einmal öfter um den Block zu schieben!

Ich fühle mich einsam damit, wenn wiedermal viel anliegt. Die ganze Verantwortung ist stellenweise sehr erdrückend!

Vor 5 Jahren haben wir geheiratet. Der Saal war voll. Kurz danach wurde mein Mann so krank und es zogen sich alle zurück.

Bis auf eine Freundin, die uns mit Taten extrem zur Seite steht. Sie ist eine Perle!

Manche Bekannte gehen an uns vorbei! Ich weiß, so geht es vielen Betroffenen. Mittlerweile lächle ich darüber und konzentriere mich auf das Hier und Jetzt!

ABER: es gibt auch Tage, da könnte ich alles hinschmeißen! Da frage ich mich, was kommt noch alles an Schwierigkeiten, Anträgen, Bürokratie? Wie bekomme ich das alles auf die Reihe? Vielleicht erwarte ich zu viel? Oder, oder,…. dann sage ich mir aber auch, dass ich die Energie nicht dafür verschwenden darf.

Ich brauche sie für mich und meinen jetzt 17 jährigen Sohn, der mitten in der Ausbildung ist. Er hat das ganze Elend am meisten mitbekommen inclusive aller Lebensveränderungen, die uns nun betreffen. Ich hätte ihm das gern erspart.

Beinahe ungezogen fand ich Bemerkungen von Bekannten, ehemaligen Freunden wie: “ Du musst dich aber auch mal ausruhen“ und stehen dann auf und gehen!

Salz in die Wunden streuen, wo man selbst nach Leben ringt!
Ohne Worte!
Das war in den ersten 3 Jahren, wo ich mega erschöpft war.

Ich bin durch eine harte Schule gegangen, um selbst wieder Achtsamkeit für mich zulassen zu können!
Man muss einen Weg für sich finden. So war zwar nicht der Plan, aber was soll ich sonst machen?

Beruflich denke ich oft zurück. Mein ehemaliger Chef rief mich vor einem halben Jahr an, ob ich ein Projekt betreuen könne, was wie für mich geschaffen wäre. Teilzeit. Aber zu der Zeit hatte mein Mann noch Probleme mit dem Alleinsein. Er konnte nicht verstehen, dass ich dann und dann wiederkomme.

Schade, um diese Chance. Diesbezüglich muss ich immer wieder meine Einstellung hinterfragen.
Lasse ich zu, dass diese Ereignisse mich entmutigen und hadern lassen oder sage ich mir, ich arbeite doch Vollzeit, bei meinem Mann!
Ist zwar quasi ehrenamtlich, da ohne Bezahlung, aber mein Lohn ist dieser unglaublich dankbare Mensch an meiner Seite!

Und doch hätte ich gern eine Bezahlung dafür. Allein um ganz praktisch den Kredit aus gesunden Tagen mit abzahlen zu können. Bei einem normalen Gehalt wäre das schon Geschichte.
Dann könnten wir uns auch eine dieser unverschämt teuren, barrierefreien Wohnungen leisten!
Die Pflege wäre einfacher, ohne Anstrengung duschen, meinen Mann ohne Treppenhindernisse aus dem Haus rollen usw.

Außerdem wäre die tägliche Pflegearbeit incl. der Bürokratie, für die Gesellschaft anerkennungswürdig. Es ist ja wirklich viel Arbeit und ohne frei!
Sein wir doch mal ehrlich, man ist doch raus aus allem, was beruflich Thema war!
Pflege eines Angehörigen gilt doch nicht als Arbeit! Es wird als schiere Selbstverständlichkeit erwartet!

Warum kann man nicht auch für uns zu Hause Pflegende den vollen Pflegesatz, den ein Pflegedienst beanspruchen kann, für uns als Gehalt nutzen??? Und schon wäre die Frage der Armut für uns, nicht mehr so akut!
Ein Pflegedienst kann gar nicht abdecken, was ein sehr hilfsbedürftiger Mensch täglich an Handreichungen benötigt. Hier kann es nur nach vorgefertigten Pflegestandards gehen. Jedenfalls sind das ihre staatlichen Vorgaben, mehr ist nicht drin.

Wir sind ein so reiches Land, kann nicht einfach von staatlicher Seite der zu Pflegende gefragt werden: „Was brauchst du um dein Leben erleichternd zu gestalten?“
Dies sollte dann ohne viel Papierkrieg organisiert werden und schon ist die Situation erträglicher, weil man sich nicht ständig ermahnen muss, Fristen einzuhalten, Gelder zu beantragen etc. Das ist so erschöpfend!

Von staatlicher Seite sollten wir pflegenden Angehörigen doch auf Händen getragen werden! Schließlich entlasten wir die Kassen und die Pflegeeinrichtungen enorm!
Das ganze System würde kollabieren, wenn wir die Pflege zu Hause wegen der ganzen Schwierigkeiten aufgeben!

Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist, sich jemanden ins Boot zu holen, der systemisch Ahnung hat, damit man sich eine gute Einstellung zur Pflegesituation, erarbeiten kann.
So habe ich es gemacht!

Ich hatte es so satt, mich als Opfer zu sehen, das nun die Niete gezogen hat.
Weil: Es wurde mir immer wieder eingeredet, meinen Mann doch im Pflegeheim abzugeben, damit ich wieder gut leben und normal arbeiten kann! Dieser Gedanke, hat mich schier hilflos gemacht!
Warum äußern sich Menschen so, warum bieten die wenigsten praktische Hilfe an?
Mit Kleinigkeiten, mal sprechen, mal Essen kochen, mal wischen…mal da sein!
Frei nach dem Motto: Selbst schuld, wenn du umfällst…!

Dabei ging es mir sooo schlecht!!! Ich musste meine Einstellung ändern, damit ich solchen Äußerungen keinen Boden mehr bieten konnte! Das war absolut überlebenswichtig!
Kleine Freiräume schaffen und diese auch auskosten. In kleineren Dimensionen denken und sich freuen über das was geht und was man hat. Das ist mein Notanker geworden. Mittlerweile kommen neue Menschen auf uns zu. Das schafft interessante Begegnungen und Einblicke.

Ich möchte allen Menschen, die sich freiwillig um andere kümmern, ihre Träume und eigenen Pläne dabei hintenanstellen, Mut machen!

Wir geben zwar bestimmte Dinge auf, aber wir gewinnen auch etwas. Wenn auch nicht auf den ersten Blick! Wir tun etwas zutiefst Menschliches, wir kümmern uns um einen Menschen. Wenn nicht wir, wer dann?

Katrin Helm