Entlastungsangebote für pflegende Angehörige auf dem Prüfstand

Aktionswoche Demenz 2014Im Rahmen der Aktionswoche Demenz in Hamburg vom 15. bis 21.09.2014 hatte wir pflegen am 19.09. im Haus im Park der Körber-Stiftung in Bergedorf  zu einer besonderen Veranstaltung eingeladen mit dem Thema: „Entlastungsangebote für pflegende Angehörige auf dem Prüfstand – an den Wünschen der Angehörigen vorbei?“

Die Aktionswoche Demenz wurde in diesem Jahr zum ersten Mal in Hamburg ausgerufen. Ziel der rund 140 Veranstaltungen war die Sensibilisierung der Bürger für den Umgang mit demenzkranken Menschen im Alltag. Die vielseitigen Angebote, die vorgestellt wurden, sind das Ergebnis der Hamburger Landesinitiative Leben mit Demenz in Hamburg, die Ende 2012 durch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz ins Leben gerufen worden war: Neue quartiersnahe Wohn-Pflege-Formen, die medizinische Versorgung Demenzkranker in Hamburgs Krankenhäusern, Fragen zu selbstbestimmtem Leben mit Demenz, Migration, Demenz in Wissenschaft und Forschung sowie in Buch, Film und Plakat-Aktionen sowie als laufendes Angebot die Eröffnung zweier Cafe’s der Initiative „Konfetti im Kopf“ in Altona und Lohbrügge.

Unsere Veranstaltung geriet zu einem intensiven Austausch, der glänzend moderiert wurde von dem Journalisten Burkhard Plemper. Pflegende Angehörige lernten bei dieser Gelegenheit Entlastungsmöglichkeiten kennen, die sich von dem üblichen Angebot unterscheiden:

  • Das Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg, das stationäre  psychosomatische Rehabilitation speziell für pflegende Angehörige anbietet, die ihr von Demenz betroffenes Familienmitglied mitbringen können.
  • Die Aktion „4 Pfoten für Sie“ – der Hundebesuchsdienst der „Hamburgische Brücke Beratungsstelle“ schult Hunde gemeinsam mit ihren Herrchen/Frauchen und vermittelt sie in Privathaushalte mit Demenzkranken.
  • Der Pflegedienst „Hamburg Care“ versteht sich als ein etwas anderee Pflegedienst und bietet statt der üblichen Minutenleistungen ein umfassendes Gesamtkonzept für die Versorgung und Betreuung zu Hause an.
  • Die Tagespflege „Lichtblick“ punktet mit einer sehr persönlichen und privaten Atmosphäre in einem Einfamilienhaus in Poppenbüttel. Es werden nur maximal 15 Gäste zur gleichen Zeit aufgenommen.

Aktionswoche Demenz 2 2014Unsere Veranstaltung war gut besucht und die Beiträge der Referenten sowie die sich anschließende Diskussion zeigten, dass es sich hier wirklich um besondere Angebote handelt, die sich nicht in den eingefahrenen Gleisen bewegen. Der Erfolg und das große Interesse hat alle daran beteiligten wir pflegen-Mitglieder darin bestärkt, eine solche Veranstaltung zu wiederholen. Denn pflegende Angehörige finden in Entlastungslösungen „von der Stange“ oft nicht das, was sie wirklich brauchen. Und wir pflegen will weiterhin dabei helfen, die zu unterstützen, die die  größte Last in der familialen Pflege zu tragen haben: die pflegenden Partner, Töchter, Söhne, Schwiegertöchter, Väter, Mütter, jugendliche Kinder, Geschwister …

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