Foto Junge PflegendeDie Arbeitsgruppe JUMP – Junge Menschen mit Pflegeverantwortung – ist aus dem von der EU-Kommission geförderten Projekt ToYAC – Together for Young Adult Carers – entstanden.

JUMP erhält Förderpreis von Hilfswelten

Hilfswelten e.V. prämiert in diesem Jahr zwei Hamburger Projekte aus dem Bereich „Pflege“. Förderpreis-Empfänger ist zum einen die Organisation „wir pflegen – Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e.V.“ mit dem Projekt „JUMP“ – Junge Menschen in Pflegeverantwortung – und zum anderen der Verein „KinderLeben e.V.“ mit dem Projekt „Familienbetreuung“. Den ganzen Artikel zur Preisverleihung finden Sie hier. Die Pressemitteilung von Hilfswelten finden Sie hier.

2. JUMP-Fachveranstaltung am 20. November 2017 in Hamburg

Hier finden Sie das aktualisierte Programm. Die Veranstaltung baut auf einem Europäischen Workshop und einer ersten JUMP-Fachveranstaltung in 2016 in Hamburg auf. Das Thema hat in der letzten Zeit vermehrt Aufmerksamkeit gewonnen: ehemals Betroffene melden sich, Medienanfragen nehmen zu und vereinzelt gibt es nun auch schon Unterstützungsangebote. Auch das BMFSFJ hat diese Zielgruppe nun im Auge für eine mögliche Hotline. Wir freuen uns sehr, dass die Referentin für Familienpflegezeit, pflegende Angehörige bei unserer Veranstaltung einen Input geben wird. Im Folgenden werden wir uns dann schwerpunktmäßig der Vereinbarkeit von Schule und familialer Pflege widmen, da sich in Untersuchungen v.a. auch in Großbritannien Schule als wichtiger Ansatzpunkt für Unterstützung gezeigt hat.

Wer sind eigentlich Junge Menschen mit Pflegeverantwortung?

Wir von der AG JUMP haben uns auf folgende Definition verständigt:
Junge Menschen mit Pflegeverantwortung erbringen Pflege, Betreuung oder Unterstützung für eine ihnen nahestehende Person. Sie übernehmen oft regelmäßig maßgebliche oder substantielle Pflegeaufgaben und tragen Verantwortung. Mit dem Begriff Pflege werden meist Körperpflege, Mobilität oder Hilfe beim Essen assoziiert. Junge Menschen mit Pflegeverantwortung übernehmen auch Aufgaben, wie emotionale Unterstützung, Sorge, Hilfe, Betreuungs- und Organisationsaufgaben.
Sie kümmern sich meist um ein Elternteil, aber auch häufig um ein Geschwister, ein Großelternteil oder eine andere Person mit einer körperlichen, psychischen oder kognitiven Gesundheitsbeeinträchtigung, die der Pflege, Unterstützung oder Betreuung bedürfen. Diese Beschreibung lehnt sich an die englische Bezeichnung an, wo diese Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre als young carers und junge Erwachsene als young adult carers bezeichnet werden. Die AG JUMP unterscheidet aber im Gegensatz zu dieser Altersorientierung nach einer Lebenslagenorientierung. Junge Pflegende, die noch zur Schule gehen, sich in einer Ausbildung oder im Studium befinden, stellen eine eigene Gruppe mit besonderen Bedürfnissen dar und dies kann durchaus auch Personen über 25 Jahren mit einschließen.

Was hat sich nach Abschluss des EU-Projektes ToYAC weiter entwickelt?

Die daran beteiligten wir pflegen-Mitglieder möchten dieser in Deutschland bislang kaum wahrgenommenen Personengruppe gemeinsam mit anderen neuen Initiativen mehr öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen. Ein wesentliches Projektergebnis von ToYAC war die Erkenntnis, dass die Fokussierung auf die Gruppe der 18 bis 24-Jährigen für die Praxis zu kurz greift. Deshalb hat sich die AG JUMP auf eine breitere Zielgruppe verständigt – Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Wichtiger als das Alter ist die Lebenssituation dieser Gruppe, die durch die Lebensphasen bestimmt wird – v.a. Schule, Aus- und Weiterbildung. Hier liegen auch die wesentlichen Ansatzpunkte für Unterstützungsbedarf.

Zur Strategie-Werkstatt unseres Vereins wir pflegen Anfang März 2016 und zur MV 2017 im Oktober 2017 hat Hanneli Döhner Präsentationen zu Entwicklung und Stand der AG JUMP (Link zur Präsentation) erstellt. Für Rückfragen hierzu und Informationen zu aktuellen Entwicklungen steht sie natürlich gern zur Verfügung.

Zurzeit arbeitet die AG daran, wichtige politische und gesellschaftliche Bereiche stärker für die Situation von jungen Menschen zu sensibilisieren, die in die Pflege, Betreuung oder Begleitung eines Angehörigen einbezogen sind. Vom 18. – 19. Februar 2016 war die AG JUMP Gastgeber für einen europäischen Workshop in Hamburg, der von unserer europäischen Dachorganisation EUROCARERS durchgeführt wurde. Die Initiative dazu kam von Dr. Hanneli Döhner, als Vize-Präsidentin von EUROCARERS und Leiterin der AG JUMP. Es wurden aktuelle Forschungsergebnisse und -planungen vorgestellt, und aus sechs Ländern wurde über Beispiele guter Praxis berichtet. Die Beiträge können gern angefordert werden.

Wir haben für Deutschland viele Anregungen dazu bekommen, wie wir auch hier Angebote entwickeln können, die es den jungen Pflegenden erleichtern, ihre familiäre Hilfe mit den eigenen Bedürfnissen besser zu vereinbaren. Zur weiteren Sensibilisierung zum Thema und zu möglichen konkreten Aktivitäten fand am 22. Juni 2016 nachmittags wieder in Hamburg eine Fachveranstaltung statt.

Der zweite Fachtag fand am 20. November 2017 statt (s.o.).