Der Vorstand ist seit 14. Oktober 2019 in dieser Formation im Amt. Hier stellen sich dessen Mitglieder vor:

Sebastian Fischer

„Pflegende Angehörige als tragende Säule des deutschen Pflegesystems sind meist weder in pflegepolitische noch pflegespezifische Entscheidungen vor Ort eingebunden. Das wollen wir ändern.“

„Wir können nicht länger zulassen, dass die Hauptverantwortung für Pflege auf Familien abgeschoben wird, ohne dass pflegende Angehörige im Pflegesystems als politisch gleichberechtigte Partner anerkannt und finanziell abgesichert werden. Dafür setzen wir uns ein.“

„Die demografische Herausforderung kann zudem nicht allein marktwirtschaftlich gelöst werden. Nur eine gerechte, solidarische und paritätische Finanzierung der Pflege kann die vorprogrammierte Armutsspirale bis zu Hartz IV und Altersarmut verhindern. Auch dafür kämpft unser Verein.“

Sebastian Fischer kommt aus Esslingen bei Stuttgart und hat über 50 Jahre Pflegeerfahrung in der eigenen Familie. Er wurde 2007 Gründungsmitglied von wir pflegen. Seine Aufgabe im Vorstand sieht er in der strategischen Entwicklung der Selbsthilfe und Interessenvertretung und der Entwicklung des Vereins als effektives Netzwerk pflegender Angehöriger. [eMail schreiben => hier klicken]

Eckehard Hauck Foto 2017

Vereinsverwaltung – Eckehard Hauck Meine Aufgabe in diesem Verein besteht darin, für ausstehende Rechnungen Zahlungsfristen einzuhalten, Auslagen- und Reisekostenerstattung, Beitragszahlungen anzustoßen, Rechnungen und Beitrags- / Spendenquittungen schreiben, Unterlagen für die Gremien und das Finanzamt zusammenzustellen, die Mitgliederdatenbank zu aktualisieren und die dafür erforderlichen Grundbedingungen zu schaffen … also, was organisatorisch so anfällt. Meine Kenntnisse als pflegender Angehöriger sind eher nicht der Rede wert.
Also kümmere ich mich um das, was ich kann. Vereinskasse (in ständiger Absprache mit dem Vorstand), (Lohn-) Buchhaltung (als Ansprechpartner des Vereins zu unseren Dienstleistern), Mitgliederverwaltung (mit Unterstützung von Sabine Feldt und Gudrun Born für den Kontakt zu unseren Mitgliedern) und Datenschutz (mit allen, die im Verein Datenzugriff haben).

Eckehard Hauck ist seit 2017 Mitglied des Vereins wir pflegen. Er übernahm als kooptiertes Mitglied des Vorstands in NRW die Vereinsverwaltung im Landesverein und stellvertretend im Bundesverein. Seit der MGV 2017 ist er verantwortlich für die Vereinsverwaltung des Bundesvereins. [eMail schreiben => hier klicken]

Ursula Helms

Ich war bereits im März 2008 dabei, als wir in Hamburg den Verein gegründet haben. Aber das Thema Pflege begleitet mich sowohl beruflich als auch privat schon sehr viel länger. Beruflich war ich von 1988 bis 2004 für stationäre und ambulante Pflegeangebote verantwortlich, seit 2005 bin ich im Feld der Selbsthilfe tätig und unter anderem mit der Selbsthilfe pflegender Angehöriger befasst. Privat war ich von 1989 bis 2015 begleitende Angehörige. Die körperlichen und seelischen Herausforderungen, die mit der Pflegesituation einhergehen, sind mir sehr präsent geblieben. Seit 2013 unterstütze ich eine inzwischen 93jährige alte Dame. Hier bewegt mich unter anderem die Frage, wie ein eigenständiges Leben erhalten werden kann, wenn Krankheiten bestehen aber Pflegebedürftigkeit (noch) nicht testiert wurde.

Ursula Helms ist Gründungsmitglied von wir pflegen. Im Vorstand wird sie sich vorrangig mit den Rahmenbedingungen der Selbsthilfe pflegender Angehöriger und Zugehöriger, insbesondere mit den Finanzierungsmöglichkeiten gemäß § 45d SGB XI befassen. [eMail schreiben => hier klicken]

Almut Laudien: 

„Ich habe meinen Schwiegervater, meine Schwiegermutter und meinen Vater gepflegt – 18 Jahre lang, teilweise gleichzeitig. Unsere Eltern in ein Heim zu geben, kam für mich und meinen Mann nie in Frage. Er hat mich immer unterstützt. Wir wussten nicht, was auf uns zukommt: Pflege ist ein Vollzeitjob, der auch viele finanzielle Entbehrungen mit sich bringt. Wichtig war mir, ein gutes Verhältnis zu den drei Menschen zu haben, die ich gepflegt habe. Was mir geholfen hat: Ich wurde 2015 Mitglied des Vereins wir pflegen e.V. und machte in den Medien auf die Pflegenden Angehörigen und ihre Probleme aufmerksam. Außerdem veröffentlichte ich unsere Pflegegeschichte in einem Buch. Da ich jeden Cent, der am Monatsende übrig blieb, in meine berufliche Weiterbildung im Bereich Webdesigne/Online Marketing gesteckt habe, kann ich meine hier gesammelten Erfahrungen am besten in einer Zusammenarbeit mit der Online Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige einbringen.“ Ich wohne in Friesack, Land Brandenburg und hoffe, dass der Verein auch hier bald einen Landesverein auf den Weg bringen kann. [eMail schreiben => hier klicken]

Dr. Sigrun Fuchs

Ich beschäftige mich seit 2012 beruflich intensiv mit dem Pflegethema, vor allem mit Möglichkeiten der Unterstützung pflegender Beschäftigter. Als Mutter von 3 Kindern (30, 20 und 13 Jahre) und Tochter meiner 81 -jährigen Mutter  sind die Herausforderungen, Pflege und Beruf zu vereinbaren, allgegenwärtig.

Angesichts der Altersstruktur in Thüringen und des Fachkräftemangels im ambulanten und stationären Pflegebereich, der alle Bundesländer ähnlich betrifft, ist es dringend geboten, dass pflegende Angehörige sich zu Wort melden. Bei der Diskussion und Suche nach privaten und gesamtgesellschaftlichen Lösungen für diese Aufgabe müssen pflegende Angehörige als gleichwertige Partner im Pflegedialog mitbestimmen.

Ich möchte meine Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Ministerien und Netzwerken gern dafür einsetzen, dass sich die Belastungen für pflegende Angehörige reduzieren und sie über unseren Verein besser Gehör finden. [eMail schreiben => hier klicken]

Frank Schumann

Bereits als Jugendlicher konnte ich eigene Erfahrungen in der Sorgearbeit für einen nahestehenden Angehörigen sammeln und lernte damit schon früh: „Pflege in der Familie ist keine Randnotiz des Lebens“. Und sie ist keine Frage des Alters.

Als gelernter Krankenpfleger entdeckte ich schnell meine Liebe für die ambulante Pflege, der ich 20 Jahre lang treu blieb. Ab 2010 baute ich in Berlin die „Fachstelle für pflegende Angehörige“ auf, deren Projektleiter ich bis heute bin.

Durch meine einjährige Pflegezeit für meinen Schwiegervater in den Jahren 2016/2017 habe ich noch einmal sehr praktisch vor Augen geführt bekommen, welche Belastungen und Hürden die Vereinbarkeit von (Teilzeit)Arbeit und familiärer Vollzeitpflege mit sich bringt.

Ich habe für mich als Basis für eine bestmögliche Unterstützung Pflegender die wertschätzende Begegnung auf Augenhöhe ausgemacht. Dazu braucht es einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel. Weg von der Erwartung, dass Pflege in der Familie etwas Selbstverständliches ist, hin zu der Einsicht, dass diese Pflege eine besondere Leistung für die Gesellschaft darstellt.

Nur so entsteht eine Atmosphäre in der die Gesellschaft bereitwillig jede Form von Unterstützung für Pflegende anbietet und in der die Pflegenden diese auch gerne annehmen. Dazu braucht es Rahmenbedingungen und Formate in der sich pflegende Angehörige, beruflich Pflegende und die Politik auf Augenhöhe begegnen und in den Austausch kommen können.

Dafür stehe ich und möchte mich im Verein auch gerne dafür einsetzen.