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Eurocarers fordert stärkere Rechte für Menschen, die Beruf und Pflege vereinbaren müssen

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Eurocarers fordert stärkere Rechte für Menschen, die Beruf und Pflege vereinbaren müssen

Zum Europäischen Tag der pflegenden Angehörigen am 6. Oktober 2026 veröffentlichte Eurocarers, die europäische Dachorganisation pflegender Angehöriger, ein neues Positionspapier. Darin fordert die Organisation wirksamere Maßnahmen, damit Menschen Erwerbsarbeit und Pflege besser miteinander vereinbaren können. wir pflegen e. V. hat als Mitgliedsorganisation an dem Positionspapier mitgearbeitet und unterstützt die Forderungen.

Das Positionspapier „Work-life-care balance and flexibility: Evaluating the EU Work-Life Balance Directive in 2026“ bewertet, wie die EU-Vereinbarkeitsrichtlinie umgesetzt wird und pflegende Angehörige unterstützt. Es würdigt die Richtlinie als wichtigen ersten Schritt: Erstmals führte die EU damit Mindeststandards für die Freistellung pflegender Angehöriger und das Recht ein, flexible Arbeitsregelungen zu beantragen.

Doch diese Mindeststandards reichen nicht aus. Sie werden der Realität vieler pflegender Angehöriger nicht gerecht, deren Pflegeaufgaben oft dauerhaft anfallen und sich nur schwer planen lassen.

Von Rechten auf dem Papier zu echter Flexibilität

Die EU-Richtlinie sieht mindestens fünf Arbeitstage unbezahlte Freistellung pro Jahr für pflegende Angehörige vor. In Deutschland können Beschäftigte in einer akuten Pflegesituation nach § 2 Pflegezeitgesetz bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernbleiben. Die Freistellung ist also nur in akuten Fällen möglich. Für diese Zeit können pflegende Angehörige bei der Pflegekasse Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung beantragen.

Auch beim Thema flexible Arbeit bleibt eine entscheidende Lücke: Beschäftigte haben zwar das Recht, flexible Arbeitsregelungen zu beantragen. Einen Anspruch darauf haben sie jedoch nicht. Das reicht nicht aus, um Menschen angemessen zu unterstützen, die mit ihrer Pflegearbeit einen wichtigen Beitrag zu unseren Gesundheits- und Sozialsystemen leisten.

Wenn sich Beruf und Pflege nicht vereinbaren lassen, müssen viele pflegende Angehörige ihre Arbeitszeit reduzieren, unbezahlten Urlaub nehmen oder auf berufliche Chancen verzichten. Manche geben ihre Erwerbstätigkeit ganz auf. Die Folgen sind oft gravierend: geringeres Einkommen, schlechtere soziale Absicherung, niedrigere Rentenansprüche und eine höhere Belastung des eigenen Wohlbefindens und der Gesundheit.

Was muss sich ändern?

Eurocarers fordert deshalb wirksamere Rechte und bessere Rahmenbedingungen für pflegende Angehörige. Dazu gehören:

  • Bezahlte Freistellung: Pflegende Angehörige brauchen eine angemessen vergütete Freistellung, die sich flexibel an unterschiedliche Pflegesituationen anpassen lässt.
  • Verbindliche Rechte auf flexible Arbeit: Aus dem Recht, flexible Arbeitsregelungen zu beantragen, muss ein stärkerer Anspruch werden. Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen sollten sich an die wechselnden Lebensumstände pflegender Angehöriger anpassen lassen.
  • Soziale Absicherung: Die sozialversicherungs- und rentenrechtlichen Ansprüche pflegender Angehöriger müssen geschützt werden.
  • Pflegefreundliche Arbeitsplätze und Entlastung: Arbeitgeber müssen pflegefreundliche Arbeitsbedingungen fördern. Gleichzeitig braucht es bezahlbare und gut zugängliche Pflege- und Entlastungsangebote.

Pflegende Angehörige brauchen verlässliche Rechte und konkrete Unterstützung, damit sie ihre Erwerbstätigkeit mit der Pflege vereinbaren können.

Das gesamte Positionspapier hier lesen

Büro in Berlin
  • wir pflegen – Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger e.V.
  • Turmstraße 4
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  • 030 – 4597 5750
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